Bayerische Gewürzgurken
Produktgruppe: Gemüse, Früchte und Gewürze
Die Gurke (bot.: Cucumis sativuus) gehört zur Familie der Cucurbitaceae und wird heute als Feldgemüse zur Verarbeitung als Gewürzgurke
angebaut.
Beschreibung
Bayerische Gewürzgurken erfreuen sich großer Beliebtheit als „die” traditionelle Zutat bei allen Arten von Brotzeiten und Zwischendurch - Mahlzeiten. Die knackige, kalorienarme, feinsaure bayerische Gewürzgurke ist in ihrer Vielfalt der Rezepturen fester Bestandteil in der modernen, leichten Genussküche.
Verzehr
Bayerische Gewürzgurken werden gleichermaßen von Bayern und Nichtbayern in der gesamten Bundesrepublik Deutschland gerne verzehrt. In den letzten Jahren hat der Export in EU - Länder und die Staaten des ehemaligen Ostblocks stark zugenommen.
Verbreitung
Gurken gelangten bereits im 16. Jahrhundert nach Bayern. Schon in früheren Zeiten war die Gurke fester Bestandteil in den Kloster- und Bauerngärten. In Bayern wurde die Gurke vor allem schon sehr früh im fränkischen Raum im großen Umfang angebaut. Die Produktion war im 17. Jahrhundert bereits so weit angestiegen, dass Bayerische Gurken in das benachbarte Ausland exportiert wurden. So findet sich im „Geographisch Statistisch - Topographischen Lexikon von Franken“ aus dem Jahre 1799 für die Stadt Bamberg folgender Eintrag: „Unbeschreiblich ist der Absatz, der mit Zwiebeln und Gurken in Holland gemacht wird.“ Des Weiteren findet sich in denselben Quellen folgender Eintrag: „Um diesen Theil der Stadt ziehet sich die Gärtnerey herum. Der bambergische Gärtner ist die betriebsamste Volksklasse im Staate. Sie ist in eine Zunft verbunden, die 1787 in 386 Meistern bestand. Nebst dem Feldkohle, [...] werden alle Salatarten und besonders Gurken und Zwiebeln in unbeschreiblicher Menge gebauet.“ Mit der Möglichkeit, Gurken durch Pasteurisation haltbar zu machen, begann der Siegeszug der Bayerischen Gewürzgurke. Seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts entstand eine leistungsfähige Verarbeitungsindustrie, die Gewürzgurken in vielen Variationen auf hohem Qualitätsniveau herstellt. Für die Gurkeneinlegerei Harrer lässt sich das Gründungsdatum für das Jahr 1798 belegen. Bereits 1882 erhielt diese Firma Prämierungen bei den Bayerischen Landesgewerbeaustellungen in Nürnberg. Im Jahr 1948 war diese Firma die größte hinsichtlich der Fassgurkenherstellung in Süddeutschland. Während sich bis zum zweiten Weltkrieg die Gurkenproduktion und Verarbeitung vor allem im Nürnberger Raum konzentrierte, verlagerte sich diese danach mehr und mehr nach Niederbayern. Heute werden etwa 30 % aller in Deutschland verzehrten Gewürzgurken in Bayern erzeugt.
Geschichte
Gurken, Essig, Salz, Zucker und Kräuter
Rohstoffe
Die tiefgründigen Parabraunerden im Osten Bayerns und in Teilen Frankens sind ideal für den Gurkenanbau. Der humusreiche, lockere und leicht erwärmbare Boden fördert die Erzeugung von Qualitätsgurken. Die Ernte wird inzwischen durch maschinelle Verfahren, z.B. den Einsatz von „Gurkenfliegern”, vereinfacht.
Der größte Teil, etwa 80 % der bayerischen Freilandgurken, die zu Gewürzgurken verarbeitet werden, werden in Niederbayern (Landshut, Dingolfing, Deggendorf, Straubing) hergestellt.
Bayerische Gewürzgurken werden in einem vertraglich gesicherten, naturnahen Gemüsebau erzeugt. Die Hersteller bayerischer Gewürzgurken haben Anbau- und Lieferverträge mit den Landwirten ihrer Region geschlossen, die ihnen eine kontinuierliche Lieferung hochwertiger, schonend angebauter und geernteter Rohware garantiert. Die ständige Weiterentwicklung bestens geeigneter Sorten sowie der ökologisch sinnvolle Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln wird in umfangreichen Versuchen mit der landwirtschaftlichen Beratung, den Pflanzenzüchtern und staatlichen Forschungseinrichtungen in Zusammenarbeit mit dem Verband der bayerischen Sauerkonservenindustrie vorgenommen.
Bayerische Gewürzgurken werden mit einer Schontechnologie hergestellt, die es ermöglicht, wertvolle Inhaltsstoffe der Rohware weitestgehend zu erhalten. Ausschließlich durch Pasteurisation (Erhitzung unter 100°C) unter Zusatz eines Aufgusses aus Essig, Gewürzen und Kräutern oder deren Auszügen sowie Speisesalz, Zucker und/oder Süßungsmittel werden die Gewürzgurken haltbar gemacht.
Die verschiedenen Rezepturen der Hersteller ermöglichen dem Verbraucher, sich eines vielfältigen Genusses bayerischer Gewürzgurken zu erfreuen.
Herstellung
Mit etwa 1.500 ha Gurkenanbaufläche existiert in Niederbayern das größte zusammenhängende Gurkenanbaugebiet der EU. Im Jahr 2002 wurden 125.000 t Einlegegurken geerntet. Das entspricht einem Anteil von circa 70 % an der deutschen Produktion. Insgesamt hat sich in Bayern der Anbau von Freilandgemüse (hierbei insbesondere die Einlegegurken) zu einer wichtigen Einkommensquelle für landwirtschaftliche Betriebe entwickelt. Darüber hinaus ist Bayern im Bereich der Einlegegurken zum wichtigsten Anbau- und Vermarktungszentrum in Europa geworden. Die eingemachten Gurken werden in ganz Europa und sogar Russland verkauft. Von circa 80 deutschen Verarbeitungsbetrieben von feinsauren Delikatessen befinden sich 20 in Bayern.
Mengen
Die Ernte der Gewürzgurken findet zwischen Ende Juni und Anfang September statt, wenn die ersten Gurken eine Länge von 9 cm erreicht haben. In diesem Zeitraum wird zwei- bis dreimal wöchentlich geerntet, um der Verarbeitungsindustrie gleichbleibende Größen zu liefern.
Saison
Verband der Bayerischen Sauerkonservenindustrie
Schutzgemeinschaft „Bayerische Gurke“
Firma
85256 Vierkirchen
Am Branden 6c
Adresse
Förderverein Wallerfinger Volksfest
Firma
94574 Wallerfing
Ramsdorf 68
Adresse
94527 Aholming
Obere Römerstraße 17
Adresse
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