Bayerischer Radi
Produktgruppe: Gemüse, Früchte und Gewürze
Rettich, Radi
Weitere Bezeichnungen
Rettich (Raphanus sativus) oder bayerisch kurz „Radi” genannt, ist eine Gattung kreuzblütiger, schotentragender Pflanzen. Die Stammmart Gartenrettich wird in mehreren Abarten angebaut. Wenn vom „Radi” die Rede ist, dann ist damit der so genannte Rübenrettich gemeint. Die bekannteste Sorte heißt „Münchener Bier-Radi". Die rübenförmige oder rundliche große fleischige Wurzel des Radi enthält ein schwefelhaltiges ätherisches Öl, das ihm den eigentümlich scharfen Geschmack gibt. Eine Rübe Rettich deckt mühelos den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C. Er enthält reichlich Kalzium – gut für stabile Knochen und gesunde Zähne und außerdem für die Blutgerinnung.
Beschreibung
Er wird gern roh mit etwas Salz gegessen und fördert, mäßig genossen, die Verdauung.
Verzehr
Der heutige Gartenrettich stammt ursprünglich aus Kleinasien. Schon die Sklaven im alten Ägypten sollen beim Bau der Cheopspyramide Rettich als Stärkungsmittel verwendet haben, denn er enthält jede Menge Nährstoffe. Die Römer brachten den Rettich um 50 v.Chr. über die Alpen nach Mitteleuropa. Im 13. Jh. wurde er als Heilpflanze geliebt.
Heute ist der Radi ein fester Bestandteil der bayerischen Brotzeitkultur. Der Literatur - Nobelpreisträger und gebürtige Berliner Paul Heyse widmete dem Radi und seiner Wahlheimat München eine Huldigung:
„Es wird von jenem Trevi-Quell berichtet,
Daraus man ew´ges Heimweh trinkt nach Rom.
Sehnsucht, die unermüdlich denkt und dichtet,
nur einmal noch zu schau´n Sankt Peters Dom.
So hat auf München nie ein Herz verzichtet,
das je hinabgetaucht in deinen Strom.
So rasche Wurzeln hie geschlagen hätt´ ich,
nie ohne dich und deinen Freund, den Rettich."
Geschichte
Den Radi unter fliessendem Wasser bürsten, das Grün und die Seitenwurzeln abschneiden. Vom Stielansatz her mit scharfem Messer schräg und eng zu ¾ einschneiden, so dass der Radi von unten noch zusammen gehalten wird. Den Vorgang auf der anderen Seite wiederholen. Dann die Lamellen vorsichtig von beiden Seite salzen und etwas einziehen lassen.
Durch das Salz verliert der Radi Wasser und wird milder und weicher, so dass man ihn zu einer Girlande auseinander ziehen kann.
Genießer legen noch ein Butterflockerl auf jedes Blatt und schieben es zusammengerollt in den Mund.
Zutaten
Wer heute im berühmten Biergarten am Chinesischen Turm im Münchener Englischen Garten eine Maß „Helles” ordert, erliegt leicht der Versuchung zur „Brezn” auch eine Portion in dünne Spiralen geschnittenen Rettichs zu bestellen. Mit Salz und Pfeffer ist dies gerade im Sommer ein köstlich erfrischendes – und vitaminreiches – Schmankerl.
Saison
Literatur
- Gutberlet, Ronald: Brezel, Zipfel, Leberkäs, Brotzeit und Vesperspeisen Hamburg 2002, Seite 23
Seite drucken